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Shotokan Karate Do

Vorlage eines Schülerreferates



1. Allgemeines Vorweg

· Karate ist zusammengesetzt aus jap. Kara = leer und te= Hand, bedeutet also etwa "leere Hand"
· Es gibt verschiedene Karatestile, unser Stil: Shotokan

· Als Karate entstand wurde es jeweils in der Familie von Vater zu Sohn, später auch vom Lehrer (Sensei) zu seinen - meist nicht mehr als 2-3 - Schülern ( Deshi) weitergegeben.

· Karate entstand in Okinawa, ebenso wie KungFu in China entstand

· Verbreitet wurde Karate zunächst durch Gichin Funakoshi, der es von Okinawa nach Japan brachte, und das Gurtsysthem mit den verschiedenen Graduierungen und Farben entwickelte, um es als Schulsport brauchbar zu machen. Aus gleichem Grund entstanden eigentlich erst da die Heian Katas 1-5. Vorher war es in d3em engen Lehrer-Schüler-Verhältnis durchaus möglich, daß ein Schüler sich 1 Jahr (oder mehr) ausschließlich mit einer Kata wie Basai Dai beschäftigte, und erst wenn diese "perfekt" beherrscht wurde, die nächste Aufgabe bekam. Karate in den Familien wurde größtenteils über die Kata vermittelt.

· Ein berühmter Satz von Gichin Funakoshi: " Das höchste Ziel im Karate-Do ist nicht der Sieg oder die Niederlage, sondern die Perfektion des menschlichen Charakters", dieser Satz ist auch mir in meinem eigenen Lernen und auch beim Weitervermitteln an Euch sehr sehr wichtig.

· Der Stilname Shotokan wurde der Stilrichtung Funakoshis von dessen Schülern gegeben, ursprünglich hieß einfach dessen erstes eigenes Dojo ( der Raum, indem achtungsvoll Karate geübt wird - der Übungsraum) "Shotokan"

Ich könnte Dir jetzt noch vielmehr Geschichtliches dazu erzählen, aber das ist wohl eher für uns Erwachsene, als für Euch interessant.

· Die meisten (wir auch) in Deutschland geübten Karatestilrichtungen sind im Deutschen Karateverband (DKV) = Dachverband. Dies ist der einzige durch den Deutschen Sportbund anerkannte Verband. Neben dem DKV gibt es noch den DJKA (Deutsche Japan Karate Association), dem Ochi vorsteht. Bei der Verbreitung des Karate von Japan wurden Meisterschüler in die verschiedenen Länder geschickt, um diese zu unterstützen und zu unterrichten. So ist KASE (z.Z. 9.Dan) nach Frankreich, Ochi (z.Z. 8.DAN) nach Deutschland geschickt worden. Das erste deutsche Karatenationalteam wurde -soweit ich weiß- von Ochi trainiert!!! Dann gab es irgendwann Uneinigkeiten - wie die Erwachsenen ebenso sind - und auch Karateka sind leider nicht perfekt - und die Spaltung in DKV und JKA entstand. Übrigens ist Karate als neue olympische Sportart kürzlich vom IOC anerkannt worden - ich glaube, bereits ab den nächsten olympische Spielen!!!

2. Die Karategurte

· 9 Kyu (Schüler-) Grade , vom 9.Kyu bis 1. Kyu ,

· Graduierungen Unterstufe
· 9.Kyu - Weißer (seit Neuem auch oft weiß-gelb) Gürtel
· 8.Kyu - Gelber Gürtel
· 7.Kyu - Orangen Gürtel

· Graduierungen Mittelstufe
· 6. Kyu - Grüner Gürtel
· 5. Kyu - Blauer oder violetter Gürtel
· 4.Kyu - Blauer oder violetter Gürtel

· Graduierungen Oberstufe
· 3. Kyu - Brauner Gürtel
· 2.Kyu - Brauner Gürtel
· 1.Kyu = DANanwärter - Brauner Gürtel

· DAN(Meister)-grade

· 10 DAN (Meister-) Grade, von 1.DAN zum 10.DAN ansteigend, der 10.DAN ist im Shotokankaratestil i.d.R. (z.Z. ist mir "nur" Hirkokazu Kanazawa bekannt, welchem der 10. Dangrad im Jahr 2000 zuerkannt wurde) nicht vergeben

· höchste Graduierung z.Z. in Deutschland: wenige Träger des 6.Dan, u.a. Wolf-Dieter Wichmann in Bremen, Albrecht Pflüger in Leonberg

· DANprüfungen haben Pflichtwartezeiten in Höhe der jeweils nächsten Prüfung, also vom 1.Dan zum 2.Dan 2 Jahre, vom 2. Zum 3. 3 Jahre,.... Du kannst Dir also ausrechnen, wie lange ein 6. Dan schon mindestens Karate übt!

· Zu Prüfungen zum 1-3.DAN sind mindestens 2 Prüfer, später sogar mehr, Pflicht. Für Wolf-Dieters Prüfung zum 6.Dan vor 2 oder 3 Jahren mußte extra ASAI aus Japan eingeladen werden, um die Prüfung gemeinsam mit den Höchstgraduierten in Deutschland abzunehmen.

Vor der Verschulung des Karate gab es eigentlich nur Weiße ( = Schüler) -gürtel und Schwarze ( = Meister), später auch noch Braune( fortgeschrittener Schüler). Da die Karategürtel nie nicht gewaschen werden dürfen, konnte man trotzdem in etwa an der farblichen Veränderungen ( Verschmutzung) sehen, wie intensiv und lange ein Schüler schon Karate übt - Karate wurde ja oft auch Draußen trainiert, auf Rasen,....

Auch heute noch kannst Du ganz gut erkennen, ob ein Braungurt gerade erst sein erste Prüfung gemacht hat = neuer Gürtel, oder schon weiter fortgeschritten ist = Gürtelverschleiß. Auch die Seidenschwarzgurte verschleißen, an manchen sieht man mehr weißes Innenfutter als schwarze Seide. Viele tragen aber heute auch schon "Ersatzgürtel" - also keine Garantie!

3. Karatetechniken

· Werden im Training außer bei Neuanfängern japanisch benannt, ebenso wie das Zählen der Techniken in japanisch geschieht. Die Grundtechniken:

· Alle Faustschläge heißen "ZUKI".
· Gyaku-Zuki = Gegengleicher Arm zu Bein vorne
· Oi-Zuki = Gleicher Arm und Bein vorne

· Alle Armabwehrtechniken "Uke"
· Uchi-Uke = Abwehr von Innen nach außen
· Soto-Uke = von Außen nach Innen
· Age-Uke von unten nach oben

· Alle Fußtritte "Geri" · Mae-Geri (gerader Fußtritt nach vorne)
· Ushiro-Geri (Tritt nach hinten aus der Drehung)
· Mawashi-Geri (Halbkreistritt)
· Yoko-Geri Tritt seitlich (Kekomi = gestoßen, Keage = geschnappt)

4. Karate"disziplinen"

· Kata ( nicht erklären, vormachen!!!)

· Heian-Katas = Schülerkatas Shodan (jap. Nr. 1), Nidan(Nr. 2), Sandan (Nr.3), Yondan (Nr.4), Godan (Nr.5)

· Tokuikatas (oder wie Das geschrieben wird) = Basai Dai (wird zum 2.Kyu verlangt), Jion (zum 1.Kyu), Empi, Hangetsu, Kankudai

· Sentaikatas = alle Anderen wie z.B. Unsu, Basai Sho, Gojushiho Sho, Meikyo,...

· Bunkai = Kataanwendung

· Kumite(= Kampf)
· Gohon - Kumite ( 5 Schrittkumite, wie in Eurer letzten Prüfung!)
· Sanbon ( 3 Schrittkumite) zum Orangegurt

· Kihon-Ippon -Kumite (zum Grüngurt)

· Kaeshi-Co-Kumite zum Blaugurt

· Jiyu-Ippon-Kumite = Oberstufengrundschulkumite

· Jiyu-Kumite = Freikampf


· Kumite wird in der o.a. Reihenfolge gelehrt und sollte jeweils beherrscht werden, bevor man die nächste Stufe erlernt, weil es langsam an den Freikampf heranschult.

· Kihon (= Grundschule)

· In Kata und Jiyu-Kumite finden auch Turniere statt.

5. Wofür Karate?

Funakoshi sagt dazu (ich erspare Dir das japanische):

1. Karate Do beginnt mit Respekt und endet mit Respekt
2. Im Karate gibt es keinen ersten Angriff
3. Karate ist ein Helfer der Gerechtigkeit
4. Erkenne zuerst Dich selbst, dann den anderen
5. Die Kunst des Geistes kommt vor der Kunst der Technik
6. Lerne Deinen Geist zu kontrollieren, und befreie ihn dann
7. Unglück geschieht immer durch Unachtsamkeit
8. Denke nicht, das Karate nur im Dojo stattfindet
9. Karate üben heißt, ein Leben lang arbeiten. Darin gibt es keine Grenzen
10. Verbinde Dein alltägliches Leben mit Karate, dann wirst du geistige Reife erlangen
11. Karate ist wie heißes Wasser, das abkühlt, wenn du es nicht ständig warm hältst
12. Denke nicht an das Gewinnen, doch denke darüber nach, wie man nicht verliert
13. Wandle dich abhängig vom Gegner
14. Der Kampf hängt von der Handhabung des Treffens und Nicht-Treffens ab
15. Stelle dir deine Hand und Deinen Fuß als Schwert vor
16. Wenn man das Tor zur Jugend verläßt, hat man viele Gegner
17. Die Haltung des Anfängers muß frei sein von eigenen Urteilen, damit er später ein natürliches Verständnis gewinnt
18. Die Kata darf nicht verändert werden, im Kampf jedoch gilt das Gegenteil
19. Hart und weich, Spannung und Entspannung, langsam und schnell, alles in Verbindung mit der richtigen Atmung
20. Denke immer nach, und versuche dich ständig an Neuem

Ich würde an Deiner Stelle nicht mit Fotos,... arbeiten, sondern Deinen Karateanzug anziehen, und einige Sachen einfach vormachen. Nur Mut, Du kannst das!!! Und vielleicht bin ich ja auch noch dabei, und kann mich löchern lassen.

Liebe Grüße, Sandy